Albrecht Tübke Caves 05


2. Dezember 2016 bis 19. März 2017

BerufsBilder
Positionen zeitgenössischer Porträtfotografie


August Sanders großangelegte Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts zählt zu den Meisterwerken der Porträtfotografie des vergangenen Jahrhunderts. Das Medium der Fotografie schien ihm besonders geeignet, ein Bild der Gesellschaft seiner Zeit festzuhalten, die sich aus verschiedenen Berufsständen zusammensetzte. Den Schwerpunkt seiner Aufnahmen bildet das ‚Berufsporträtʻ, das er von Bauern, Handwerkern, Arbeitern, Technikern, Akademikern aber auch Künstlern anfertigte. Sanders Werk, das bereits zu seiner Zeit auf große Resonanz stieß, wirkte auf viele nachfolgenden Fotografen inspirierend. Während Sander noch von der Einheit aus Person und Beruf ausging, die schon zu seiner Zeit durch die voranschreitende Industrialisierung und Bürokratisierung nur noch teilweise gegeben war, ist dies heute nur noch in Randbereichen zu finden. Nicht nur viele Berufe seiner Zeit sind längst verschwunden, auch die Zahl der vorhandenen Arbeitsplätze nimmt immer mehr ab. Das Ideal einer lebenserfüllenden Berufsarbeit ist aber nach wie vor aktuell.
Neben Aufnahmen von August Sander zeigt die Neue Galerie Arbeiten von Thomas Bachler & Karen Weinert, Herlinde Koelbl, Joerg Lipskoch, Hannes Rohrer, Stefan Schröder und Albrecht Tübke, die an Sanders ‚Berufsporträts‘ anknüpfend das Berufsleben ihrer eigenen Zeit reflektieren. Wie Sander wählen sie die serielle Darstellung, die zum Vergleich und somit zur Unterscheidung von typischen und individuellen Merkmalen innerhalb einer Gruppe einlädt. Inhaltlich und konzeptuell schlagen sie jedoch andere Wege als ihr Vorbild ein.

 

Simple Dinge Obskiste von Axel Lieber


17. September – 20. November 2016

Simple Dinge.
Alltägliches zwischen Skulptur und Malerei
von Tom Früchtl und Axel Lieber


Tom Früchtl (*1966) und Axel Lieber (*1960) verwandeln alltägliche Gegenstände in Skulpturen. Während Lieber in die Dinge eingreift, sie aufschneidet, skelettiert oder zerlegt, um sie in komprimierter Form wieder zusammenzusetzen, lässt Früchtl sie ganz, überzieht sie aber vollständig mit Farbe. Dass es sich um Malerei handelt, ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen, denn der Farbüberzug wirkt täuschend echt. Früchtl lässt die Gegenstände unter der Farbe verschwinden, Lieber hingegen deckt deren Strukturen auf. Die Ausstellung präsentiert Schränke, Stühle, Pappkartons, Tüten u.a. im Spannungsfeld zwischen Alltag und Kunst, Malerei und Skulptur, Sein und Schein – immer mit einem verschmitzten Seitenblick auf die hohe Kunst.

 

Innen- und Außenansichten. Holzschnitte


13. Mai – 17. Juli 2016


Außen- und Innenansichten.
Holzschnitte von Jan Brokof und Susanne Hanus

Parallel zu der Ausstellungen mit druckgraphischen Werken von Georg Baselitz im Dachauer Schloss und den Holzschnitten der Künstlerfreunde Walther Klemm und Carl Thiemann in der Gemäldegalerie stellt die Neue Galerie zwei für den zeitgenössischen Holzschnitt in Deutschland relevante Künstler der jungen Generation vor. Sie zeigen, dass dieses alte druckgraphische Medium nichts von seiner Faszination verloren hat und auch heute für unterschiedlichste künstlerische Ansätze genutzt wird.
Jan Brokof (*1977) setzt sich in seinen Arbeiten mit dem urbanen Raum auseinander, der die städtische Lebensweise prägt. Er nimmt die Randbezirke der Stadt, vor allem die Häuserblöcke der Plattenbausiedlungen in den Blick. Susanne Hanus (*1975) breitet ihre aus persönlichen Erlebnissen und Erinnerungen gespeisten Szenerien und Geschichten auf großen Holztafeln aus, die sie zu mehrteiligen Wandinstallationen oder Holzparavents zusammenfügt. Die ungedruckten Innen-Geschichten von Susanne Hanus korrespondieren mit den gedruckten Schilderungen der Außenwelt von Jan Brokof, die in einer großen Installation und an den Wänden der Galerieräume zu sehen sind.

Farbmalerei


4. Dezember 2015 – 6. März 2016

aus der Farbe
Hundert Jahre nach Hölzel

Ein gutes Jahrhundert nachdem sich die Farbe in der Malerei vom Gegenstand löste und autonom wurde, zeigt die Neue Galerie Dachau um eine kleine Farbstudie Adolf Hölzels herum Arbeiten von sechs zeitgenössischen Vertretern der Farbmalerei.
Gehörte Hölzel, die zentrale Persönlichkeit der Dachauer Künstlerkolonie, um 1905 zu den Pionieren der abstrakten Malerei, ist für die Künstler heute die Farbe ganz selbstverständlich das eigentliche Thema ihrer Bilder. Dafür sehen sie sich mit ihren handgemalten Bildern inzwischen einer Flut von elektronisch erzeugten Bildern gegenüber. Ohne Anlehnung an einen Gegenstand entstehen ihre Bilder während des Malprozesses ganz und gar aus der Farbe heraus, deren Zusammenspiel und -klang dabei im Fokus steht. Intuitiv, aber nicht unkontrolliert setzen sie farbige Formen, Flächen und Linien nebeneinander und übereinander, lasieren, kratzen ab und übermalen, bis ein spannungsvolles Gleichgewicht erreicht ist. Dabei entstehen Kompositionen, die eine Ordnung haben, ein Oben und Unten, ein Zentrum und Tiefe. Dass sich in dieser Richtung der zeitgenössischen Malerei sehr unterschiedliche künstlerische Ansätze ausprägen, ist an den Arbeiten von Petra Amerell, Claudia Desgranges, Ingrid Floss, Doris Hahlweg, Michael Toenges und Susanne Zuehlke zu sehen, die sich in Bildfindungsprozess, Technik und Format deutlich unterscheiden. Sie zeigen, dass Künstler heute immer wieder neue Wege finden, diese tradierte Art der Malerei, die in Dachau einen ihrer Ursprünge hatte, weiter zu entwickeln.
 


19. September – 15. November 2015

Webarten

Sieben zeitgenössische Künstler präsentieren Gewebe, aber keineswegs nur Textiles, sondern Texturen und Strukturen aller Art in verschiedensten Materialien und sehr unterschiedlichen Graden der Verdichtung. Lars Koepsel verwandelt handgeschriebene Texte in Bilder, die unlesbar geworden wie dichte Schriftteppiche erscheinen. Die Franziskanerin Sr. M. Pietra Löbl OSF zieht aus Leinengeweben in unterschiedlichen Rhythmen Kett- und Schussfäden, so dass aus ausgedünnten Stoffgefügen zarte Bilder werden. Katrin von Lehmann verflicht in Streifen zerschnittene Fotos zu neuen Bildern, die die Abbildhaftigkeit der Fotografie in Frage stellen. Dorothea Reese-Heim stellt aus modernsten synthetischen Metall- und Kunststoffgeweben transparente Formen her, die der belebten Natur nachempfunden sind. Brigitte Schwacke schafft aus ge- und umbogenen Drähten zarte dreidimensionale Gespinste, die frei im Raum schweben. Auch Monika Supé arbeitet mit Draht, verhäkelt diesen aber zu Kopfbedeckungen und Körperhüllen, die ganz eigenständige Formen entwickeln. Peter Weber schließlich täuscht Gewebe nur vor, denn bei seinen reliefartigen Filzobjekten handelt es sich um kunstvolle Faltungen. So entfaltet die Ausstellung ein Spektrum von verschiedenen Kunst-Geweben zwischen Bild und Raum.


 

Waterbound. Vom Leben mit dem Wasser


22. Mai – 26. Juli 2015

Waterbound – Vom Leben mit dem Wasser
 
Kallmann Museum Ismaning
23. Mai bis 30. August 2015
 
Wasser ist das „Prinzip aller Dinge“, der „Quell des Lebens“, der „Ursprung allen Seins“. Mit Formulierungen wie diesen wird die herausragende Bedeutung beschrieben, die dem Wasser als unerlässlicher Ressource für nahezu alle Bereiche unseres Lebens zukommt – von der Ernährung bis zum Freizeitvergnügen, von der Hygiene bis zum Handel. Zunehmend wird diese Ressource aber auch unter ökonomischen wie ökologischen Aspekten thematisiert, sie ist unter Druck geraten. Es verwundert also kaum, dass das Wasser in seinen verschiedensten Erscheinungsformen und Funktionen bis in die heutige Zeit immer wieder Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung ist.
Die Ausstellung „Waterbound“ nähert sich dem Wasser von verschiedenen Seiten an und präsentiert dabei vielfältige Begegnungen mit diesem unverzichtbaren Element. Thema der Ausstellung sind nicht dessen ästhetisches Potential und seine Stofflichkeit in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen, sondern das Verhältnis von Mensch und Wasser, das auch von kultureller Prägung bestimmt ist. So ist Wasser, als Trinkwasser sowie als Grundlage des Ackerbaus, nicht nur auf existentielle Weise wesentlich für die Ernährung und damit für das Leben auf der Welt, es hat darüber hinaus viele weitere Funktionen. Daher spielen auch Aspekte des Eintauchens des Menschen in das Wasser, etwa beim Schwimmen oder beim Turmspringen ebenso eine Rolle wie die zunehmende Ökonomisierung des Wassers durch dessen Privatisierung. Andere Arbeiten nähern sich den Bedrohungen, denen der Mensch durch Wasserknappheit, aber auch durch Klimawandel und damit einhergehende Tsunamis und Überschwemmungen ausgesetzt ist. Das Meer wird gleichermaßen als verbindendes Element und als Gefahr thematisiert. Aber auch der Missbrauch des Wassers in der Foltermethode des Waterboardings ist Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung, während andere Arbeiten sich dem Element von einer erzählerischen, poetisch-romantischen Perspektive nähern.
„Waterbound – Vom Leben mit dem Wasser“ vereint zeitgenössische Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Videoarbeiten, die sich mit ökonomischen, sozialen, ökologischen, kulturellen und existentiellen Aspekten des vielschichtigen Verhältnisses von Mensch und Wasser auseinandersetzen. „Waterbound“ ist die erste gemeinsame Doppelausstellung der Neuen Galerie Dachau und des Kallmann-Museums Ismaning und Teil des Ausstellungsprojekts „Wasser“ der Arbeitsgemeinschaft „Landpartie – Museen rund um München“.

Zu sehen sind Arbeiten von Marina Abramović, Kader Attia, Vanessa Billy, Julian Charrière, Daniel Gustav Cramer, Tue Greenfort, Nathalie Grenzhäuser, Haubitz+Zoche, Markus Heinsdorff, Jenny Holzer, Joanna Jesse, Sven Johne, Susanne Kutter, Petra Liebl-Osborne, Hans-Christian Schink, Katrin Schürmann, Claudia Shneider, Cornelius Völker und Herman de Vries.




Zeitgenössische Landschaftsmalerei II


23. Januar – 22. März 2015


Der Landschaft entnommen.
Zeitgenössische Malerei II


Die Neue Galerie Dachau zeigt zum zweiten Mal zeitgenössische Positionen von Landschaftsmalern. Stephan Conrady, Carmen Jäckel, Esther Rutenfranz und Barbara Spaett zeigen Bilder und Objekte, in denen es um den Baum und seine Früchte geht.
Die Landschaft gehört zu den ältesten Bildmotiven überhaupt. Unzählige Maler haben sie aus ihrer Zeit heraus betrachtet. Dachau war im ausgehenden 19. Jahrhundert als bedeutende Künstlerkolonie für viele Landschaftsmaler ein wichtiges Ziel. Ihr Bestreben war es, deren  Schönheit in einer Welt, die sich durch die Industrialisierung schnell veränderte, im Bild zu bewahren. Die Natur hat sich drastisch verändert. Der Mensch hat sie zersiedelt und zubetoniert. Auch heute beschreiben Künstler die Landschaft, allerdings mit vielfältigeren Möglichkeiten. Der Baum, ein Baustein der Natur, existiert weiterhin. Zunächst als Lebensbaum oder als Mittel um Räumlichkeit zu definieren, wurde er in der Romantik zum eigenständigen Symbol. Diese Vorstellungen fließen in zeitgenössische Darstellungen ein, vor dem Hintergrund der fortschreitenden Zerstörung der Umwelt und des menschlichen Lebensraums.


 

Neue Galerie Dachau ausaltmachkunst


20. September – 30. November 2014

ausaltmachkunst

Gebrauchtes und Wertloses ist seit dem frühen 20. Jahrhundert in der Kunst zu Hause. Immer wieder lassen Künstler aus dem Abfall unserer Wohlstandsgesellschaft etwas Neues entstehen. Sie reflektieren unseren Umgang mit alten Gegenständen und setzen dem üblichen Wegwerfen etwas entgegen, indem sie den Dingen durch die Verwandlung in ein Kunstwerk neuen Wert und Haltbarkeit verleihen. Stets wird das ursprüngliche Gefüge aufgelöst um die Einzelteile in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Der Charakter des Ausgangsmaterials wird beibehalten oder stark verfremdet. Bernhard Betz, Raphael Grotthuss, Ole Müller, Anna-Jutta Pietsch, Walter Schreiner und Katrin Siebeck verwandeln Altpapier, Plastiktüten, Kabelhülsen, alte Stühle, Karton- und Kunststoffverpackungen oder benutzte Arbeitshandschuhe in Kunst. Ihre ironischen, witzig spielerischen, skurrilen und manchmal surrealen Objekte haben Charakter und großes ästhetisches Potential.

 

 

 Treffpunkt Dachau Ursprung und Gegenwart


2. – 10. August 2014

Treffpunkt Dachau

Ursprung und Gegenwart

Ausstellung mit Arbeiten von Gideon Gomo (Simbabwe), Anton Karstel (Südafrika) und Jackie Ruth Murray (Südafrika).

Ein Projekt der Künstlervereinigung Dachau mit Gästen aus Brasilien, Paraguay, Russland, Simbabwe und Südafrika


                        

Waffensichten. Bilder zum Krieg


16. Mai – 13. Juli 2014

Waffensichten. Bilder zum Krieg
Arbeiten von Simone Lucas, Ruprecht von Kaufmann und Helmut Schweizer

Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, nach vielen Jahrzehnten des Friedens, scheint der Krieg bei uns kein zentrales Thema in der Kunst mehr zu sein. Interessanterweise nähern sich Künstler diesem Thema aber immer wieder an, allerdings nicht in Form konkreter Darstellungen, sondern vielmehr durch die subtile Auseinandersetzung mit Bedrohung, Gewalt und Fortschritt.
Der Düsseldorfer Künstler Helmut Schweizer (*1946) beschäftigt sich in seinen vielseitigen Arbeiten mit großen Erfindungen und ihren weitreichenden, meist unheilvollen Folgen. Seine Fotoarbeiten und Installationen spannen einen Bogen vom Chemiker und Alchemisten Fritz Haber über seinen Kollegen Otto Hahn zum Alchemisten Karl Malchus, der für Hitler im KZ Dachau Gold herstellen sollte.
Mit den Arbeiten Schweizers korrespondieren Gemälde und graphische Arbeiten von Simone Lucas (*1973) und Ruprecht von Kaufmann (*1974). In ihnen tauchen Kriegerisches und Gewalt immer wieder auf, wenn auch eher auf der Ebene der Vorstellung oder düsteren Vorahnung. Ihre unheimlichen Szenerien sind in irrealen Bildräumen angesiedelt. Reales und Imaginäres gehen ineinander über.
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Galerie Rupert Pfab Düsseldorf

 

 

 

Sigrid Neubert Erdfunkstelle Raisting
Sigrid Neubert, Erdfunkstelle Raisting, vor 1981,
Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich


31. Januar – 30. März 2014

Architektur+Natur.
Fotografien von Sigrid Neubert, Marc Berger, Katharina Gaenssler, Manuel Heyer und Bernhard Schurian

Sigrid Neubert (*1927) war nach ihrer Ausbildung an der Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen zunächst als Werbefotografin tätig. Nach ihrer Meisterprüfung 1954 ging sie zur Architekturfotografie über, mit der sie rasch Erfolg hatte. Etwa 30 Jahre lang arbeitete sie für große deutsche Architekturbüros und wurde mit ihren kontrastreichen, die Strukturen der Bauten klar herausarbeitenden Fotos eine der bekanntesten Architekturfotografinnen Münchens. Seit den 1970er-Jahren schuf sie daneben eindrucksvolle Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete. Ihre Arbeitsweise war stets geprägt von einer äußerst intensiven Beschäftigung mit dem fotografierten Gegenstand. Bekannt sind vor allem ihre Veröffentlichungen über den Nymphenburger Schlosspark und die megalithischen Tempel von Malta. Sigrid Neubert lebt heute in der Nähe von Berlin.
Die Ausstellung in der Neuen Galerie Dachau stellt den Fotos von Sigrid Neubert die ihrer befreundeten Kollegen Marc Berger (*1961), Katharina Gaenssler (*1974), Manuel Heyer (*1955) und Bernhard Schurian (*1962) gegenüber. Spannende Kontraste ergeben sich durch die Präsentation von „klassischer“ analoger Schwarzweißfotografie neben digitalen Farbfotos ganz anderer thematischer Ausrichtung.

 

 

 Künstlerdult in der Neuen Galerie

 
21. November – 22. Dezember 2013

 Künstlerdult

Begleitend zur großen Ausstellung über die Künstlerkolonie Dachau im Bezirksmuseum und Gemäldegalerie lädt die Neue Galerie in Erinnerung an die historischen Dachauer Künstlerdulten einmalig zu einer vorweihnachtlichen Verkaufsausstellung mit Künstlern ein, die heute in und um Dachau leben. 31 Mitglieder der Künstlervereinigung Dachau nehmen daran teil. Angeboten werden Zeichnungen, Druckgraphik, Gemälde, Objekte und Skulpturen aus verschiedenen Materialien. Alle, die zu Weihnachten noch ein besonderes Geschenk suchen, finden hier Kunstvolles und garantiert Einzigartiges.



Organische Artefakte. Vom Finden und Erfinden der Natur


14. September – 3. November 2013


Organische Artefakte.
Vom Finden und Erfinden der Natur


Von der unerschöpflichen Formenvielfalt der Natur angeregt sind die Arbeiten von vier Künstlerinnen, die ihre Ausdrucksformen z. T. abseits der klassischen Kunstgattungen gefunden haben. Natascha Borowsky (*1964) porträtiert in ihren Fotos einzelne winzige Fundstücke aus der Natur vor eigens dazu komponierten Untergründen. Aja von Loepers (*1971) Papierarbeiten entstanden ursprünglich mitten im Wald, inspiriert von den Strukturen einer Birkenrinde. Inzwischen arbeitet sie jedoch vollkommen losgelöst davon: Ihre „Weißen Blätter“ sind Reliefs, die durch lange und intensive Bearbeitung mit einem spitzen Stück Buchenholz entstehen. Dabei wölbt sich der Bogen Papier in unterschiedlichster Struktur als wäre er selbst ein Stück Natur. Lea Lenhart (*1972) verwandelt florale Formen in abstrakt-geometrische Kompositionen. In ihren Wandobjekten schweben Gewebe aus winzigen Glasperlen vor durchscheinenden gemalten Hintergründen. Alexandra Hendrikoff (*1965) schafft aus Papier, Garn und Samen zarte fantastische Gebilde, die immer an Lebendiges erinnern, sich aber einer konkreten Benennung entziehen. Die inspirierende Zwiesprache mit der Natur kann dabei Anlass zur Verarbeitung von Seelenzuständen oder zur Erkenntnissuche sein. In jedem Fall löste sie das Entstehen von Werken aus, die sich durch große Sinnlichkeit und Schönheit auszeichnen.

 

 

Mosaik Fische W. Dieninghoff


17. Mai – 21. Juli 2013

Kunst am Bau der 1950er und 1960er-Jahre in Dachau


Mit den in den Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahren entstandenen Bauten, war oft auch eine künstlerische Gestaltung verbunden. Die Kunst am Bau-Regelung legte es öffentlichen Bauträgern bei größeren Bauvorhaben nahe, Künstler und Kunsthandwerker zu beauftragen. Banken und manche privaten Bauherren taten es ihnen gleich. So erhielten vor allem ortsansässige Maler die Gelegenheit zu großflächigen Wandgestaltungen an Fassaden oder in öffentlichen Innenräumen, für die sie Mosaik oder traditionelle Putztechniken wählten. In Dachau waren es vor allem Richard Huber und Wilhelm Dieninghoff, die den Stadtraum mitgestalteten. Die Neue Galerie Dachau zeigt in Ergänzung zur Ausstellung im Bezirksmuseum ausgewählte Beispiele öffentlicher Kunst der 1950er und 1960er-Jahre, die heute wenig beachtet wird und zum Teil schon verschwunden ist.

 

 

 

Landschaftsmalerei. Zeitgenössische Positionen


30. November 2012 – 24. Februar 2013

Landschaftsmalerei.
Zeitgenössische Positionen

Oft schon wurde die Landschaftsmalerei totgesagt, doch sie existiert bis heute. Dass Landschaften in Vorder-, Mittel- und Hintergrund eingeteilt wurden änderte sich erst mit der Freilichtmalerei im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Claude Monet um 1900 in seinen berühmten Seerosenbildern die Grenzen der Räumlichkeit und damit des Bildträgers durch Form und Farbe sprengte, entstanden die ersten fast abstrakten Landschaftskompositionen. Neben der in Folge entstandenen abstrakten Seh- und Malweise, bestand daneben aber auch immer eine realistische. Nachdem die Freilichtmalerei in den Künstlerkolonien vor ziemlich genau hundert Jahren langsam zu Ende ging, stellt sich die Frage, wie Maler zu Beginn des 21. Jahrhunderts ihre Umwelt, die Landschaft, sehen.
Sechs zeitgenössische Landschaftsmaler aus dem süddeutschen Raum zeigen in der Neuen Galerie Dachau ihre Sicht auf die Landschaft. Neben dem Thema ist ihr verbindendes Element die Technik: Alle malen mit Ölfarben und wie die Maler von Barbizon immer wieder in der freien Natur. Stilistisch präsentieren sich ihre Landschaften sowohl realistisch als auch abstrakt. Neben großen Landschaftsräumen zeigen sie auch kleine Naturausschnitte. Mal fein skizziert, mal grob gespachtelt, mal expressiv verfremdet geben die Bilder von Sabine Berr, Christoph Drexler, Nataly Maier, Rüdiger Lange, Ernst Waldner und Uli Zwerenz einen Eindruck von den vielfältigen Möglichkeiten heutiger Landschaftsmalerei.

 

 

So zwischendrin

15. September – 4. November 2012

So zwischendrin
Erwachsen werden - eine Kunst?

Begleitend zur Jugend-Ausstellung im Bezirksmuseum zeigt die Neue Galerie Dachau bis zum 4. November Arbeiten zeitgenössischer Künstler ebenfalls zum Thema Jugend. Dieses zweite der vier Lebensalter ist in besonderer Weise eine Phase des Übergangs, des Wachsens und Reifens, der nicht mehr Kind und noch nicht erwachsen Seins. Die Jahre des Übergangs sind geprägt von der Abgrenzung und Loslösung von den Eltern und der Suche nach der eigenen Identität. In dieser Phase werden eigene Kräfte und Fähigkeiten erprobt, wird die Veränderung des Körpers wahrgenommen und die eigene Sexualität erfahren. Eine mitunter aufreibende Zeit. Kein Wunder, dass sowohl das Erscheinungsbild als auch das Verhalten der Jugendlichen von Widersprüchlichkeiten geprägt ist. Doch reizt wohl gerade das die Künstler sich mit ihnen zu beschäftigen. Nicht nur für sie bieten die Bildnisse der Heranwachsenden immer auch Gelegenheit, Erfahrungen der eigenen ‚überstandenen‘ Pubertät zu reflektieren. Die Neue Galerie zeigt Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Fotos, Videos von Rineke Dijkstra, Christian Jasper, Nina Annabelle Märkl, Justine Otto, Veronika Veit und Tobias Zielony.

 

 

Im Shatten der Gewalt

11. Mai – 29. Juli 2012

Im Schatten der Gewalt

Die Darstellung von Gewalt war und ist ein zentrales Thema der Menschheit. Potenziert wird sie heute durch öffentliche und private Medien, durch die Allgegenwart von Bildern über Krieg, Tod und Verbrechen in Nachrichten, Videos und Literatur. In Wirklichkeit ist Gewalt wesentlich vielschichtiger und subtiler. Mit ausgewählten künstlerischen Positionen markiert die Ausstellung »im Schatten der Gewalt« Facetten eines Phänomens, das jeder kennt und das dennoch auf fast automatisierte Weise unserem Bewusstsein so leicht entgleiten will.
Die Ausstellung zeigt ein interaktives Spiel und acht Videoarbeiten von Marina Abramovic/Ulay, Joseph Beuys, Christoph Brech, gold extra, Martin Le Chevallier, Oliver Ressler, Ulrike Rosenbach und Dragana Zarevac.
Die Ausstellung wird kuratiert von Marietta Schürholz und Elisabeth Boser. Zur Ausstellung erscheint eine Begleitschrift.

 

 

forbidden places

17. September – 6. November 2011

Juliane Duda / Nathalie Grenzhaeuser / Andrej Krementschouk – forbidden places

Die zweite Ausstellung der Neuen Galerie mobil vereint die Positionen zweier junger Fotografinnen und eines Fotografen, die von der Zivilisation hinterlassene Innenräume, Architekturen, Stadtansichten und Landschaften und damit das Wechselspiel von Natur und Kultur in den Blick nehmen. Die Berliner Künstlerin Juliane Duda (geb. 1967) zeigt urbane Landschaftsbilder, deren Vorlagen sie ihrem großen Videofundus entnimmt. Durch ihren Umgang mit Farbfiltern und der Verzerrung der Perspektive erweckt sie Ruinen der Hauptstadt und Metropole Berlin und anderer Orte der ehem. DDR synthetisch zu neuem irrealen Leben. Nathalie Grenzhaeuser (geb. 1969) setzt sich in ihren Bildern mit entlegenen Orten Süd- und Westaustraliens auseinander, wo Landschaft beim Ressourcenabbau zerstört wurde. Aus fotografischen Dokumenten stellt sie am Computer Bilder von zeitlos unwirklicher Schönheit her. Andrej Krementschouk (geb. 1973 in Gorki) präsentiert künstlerisch-dokumentarische Bilder aus der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl. Die geisterhaften Orte einstiger menschlicher Besiedlung werden von der Natur zurückerobert, doch kehren inzwischen auch einzelne frühere Bewohner dahin zurück.
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Galerie Christa Burger München.

 

 

EssKunst. EatArt heute

13. Mai – 10. Juli 2011

EssKunst. EatArt heute

Seit die beiden Schweizer Künstler Dieter Roth und Daniel Spoerri den frühen 1960er Jahren fast gleichzeitig Essen als Gegenstand und Inhalt von Kunst und Lebensmittel als ihre Materialien entdeckten, gibt es "Eat Art". Inzwischen hat sich das Thema in der Bildenden Kunst etabliert und es hat sich ein breites Spektrum an Beschäftigung mit diesem Thema aufgetan. Nach wie vor ruft Kunst aus Lebensmitteln Empörung hervor, doch diese Reaktion ist von den Künstlern durchaus erwünscht, geht es ihnen doch nicht nur um den Kunstbegriff selbst, sondern auch um die Beschaffenheit von Lebensmitteln, gesellschaftliche Aspekte des Essens, sowie Überfluss und Hunger. In der Ausstellung in der Neuen Galerie mobil beleuchten zeitgenössische Künstler das Thema von sehr unterschiedlichen Standpunkten aus.
Dorothea Frigo breitet Pizzen auf einer großen Tafel aus. Das bei uns so beliebte italienische Gericht ist zwar hübsch anzusehen, doch so künstlich wie viele unserer heutigen Nahrungsmittel, nämlich aus Federn und Kunststofffolie. Regina Pemsl nimmt den Kaffeklatsch als Ausgangspunkt die sozialen Aspekte menschlicher Zusammenkünfte zu hinterleuchten. Denn der gemütliche Kaffeeklatsch eskaliert und die volle Kanne landet am Ende an der Wand und schließlich in tausend Scherben am Boden. Andreas Oehlert zeigt Fotos von Foodies, modernen Porträts aus Lebensmitteln wie seinerzeit im Manierismus noch der berühmte Arcimboldo. Dieter Kunz zeigt ein Spaghettigericht als bloße Projektion und thematisiert den schönen Schein einer letztlich abwesenden Mahlzeit. Angela Dorrer präsentiert mit ihren Promicookies aus dem Mund Prominenter Kekse als moderne, gebackene Reliquien. Patricia Wich knüpft an die Stillebenmalerei des 17. Jahrhunderts an und veranschaulicht die Vergänglichkeit einer modernen, die mehr Symbol als Speise, doch der Zersetzung ausgeliefert wird.

 

 

Alle Ausstellungen von 1992 bis 2010 finden Sie im folgenden PDF-Dokument:

- Ausstellungen Neue Galerie Dachau 1992 – 2010 (PDF Dokument)