Tier-Bilder


Tier-Bilder

8. Mai–13. September 2020

Das Tier war zu jeder Zeit ein wichtiges Motiv für Maler und Bildhauer. Die ältesten erhaltenen Bilder von Menschenhand u.a. in der Höhle von Lascaux (17.000–15.000 v. Chr.), sind Darstellungen von Tieren. Sie entstanden im Glauben, man könne durch die Abbildung der Tiere Macht über die Jagdbeute erlangen. Im Laufe der Menschheitsgeschichte wurden wilde Tiere durch Zähmung domestiziert und zu wichtigen Haus- bzw. Nutztieren.

In der europäischen Kunst kam dem Tier von jeher eine bedeutende Rolle zu. Es gab Fabeltiere, wie z. B. das Einhorn oder den Drachen, die ihre besondere Rolle in Religion, Fabel oder Märchen ausfüllten. Noch im ausgehenden Mittelalter und der Renaissance waren einzelne Tiere mit symbolischen Attributen des Glaubens besetzt.

Erst im 17. Jahrhundert begannen sich die niederländischen Maler mit der natürlicheren Wiedergabe von Tieren zu beschäftigen und spezialisierten sich auf die Darstellung einzelner Tiergattungen.

Mit dem Aufkommen der Freilichtmalerei änderte sich im
19. Jahrhundert die Sicht auf das Tier. Wie die Landschaft sollten auch Tiere möglichst realistisch in ihrem natürlichen Umfeld wiedergegeben werden. An den Kunstakademien konnte man nun das Fach Tiermalerei studieren, daneben gab es viele private Tiermalschulen, wie z.B. die von Hans von Hayek in Dachau. Gerade in den Künstlerkolonien des ausgehenden 19. Jahrhunderts waren Tiermotive besonders beliebt. Tragen doch Kühe, Schafe, Ziegen, Schwäne, Gänse, Enten und Hühner maßgeblich dazu bei, die Natürlichkeit der Landschaft zu unterstreichen und sie lebendig zu gestalten.