Mojé Assefjah / Anne Sterzbach

15. September – 25. November 2018

Die in Teheran geborene Mojé Assefjah (*1970) verbindet in ihren Bildern westliche und östliche Bildtraditionen. In Anknüpfung an die italienische Frührenaissance schafft sie mit breitem Pinselstrich in traditioneller Eitemperamalerei und subtiler Farbgebung Landschaften zwischen Figuration und Abstraktion. Ihre Bilder spannen einen Rahmen auf, durch den man wie durch ein Fenster in einen Raum blickt, in dem sich fließende Formen entfalten.
So opulent die Bilder Assefjahs erscheinen, so zurückgenommen wirken dagegen die Installationen der Nürnberger Künstlerin Anne Sterzbach (*1969), die sich nichtsdestoweniger in Ihrer Eigenart behaupten. Ihre mit minimalem Materialaufwand hergestellten, oft aus alltäglichen Kleinigkeiten aus dem Kurzwarenhandel bestehenden Installationen auf Wänden und Boden reagieren auf den Raum wie auf die Bilder Assefjahs und setzen farbige Akzente, Linien, Impulse. Ihre sorgfältig ausbalancierten und äußerst präzisen Setzungen wirken klar und geordnet, ja puristisch, verwandeln den Raum vollständig und entfalten eine ungeahnte Poesie.

Wo mein Hut hängt. Zuhause zwischen den Kulturen

4. Mai – 22. Juli 2018

Dass das Zuhause dort ist, wo gerade der eigene Hut hängt, ist eine Lebensweisheit aus der amerikanischen Popmusik. Doch nur im Schlager verwandelt sich jeder beliebige Ort im Handumdrehen in ein „sweet home“. Sich in unterschiedlichen Kulturen zurechtzufinden, ist meist mit der Frage nach der eigenen Identität verbunden und erfordert eine Positionierung. Dies muss nicht zwangsläufig mit einem Ortswechsel verbunden sein und nicht mit dem Empfinden von Verlust, sondern kann auch als Bereicherung erfahren werden. Für die meisten aber bedeutet es Fremdheit und Nichtzugehörigkeit bis hin zu Ausgrenzung und Diskriminierung.
Vor dem Hintergrund der aktuell geführten Debatte um Identität und den Begriff Heimat möchte die Ausstellung Anstoß sein, anhand der von den Künstlern präsentierten ‚Außenansichten‘ den Blick auf das Eigene, Gewohnte zu schärfen.
Die Neue Galerie zeigt Arbeiten von Adidal Abou-Chamat, Vernon Ah Kee, Nadin Reschke, Nanni Schiffl-Deiler, Gülcan Turna und Alfred Ullrich, die die kulturelle Zerrissenheit bei sich und anderen zum Thema ihrer Arbeit machen.    

Eine Ausstellung im Rahmen des Projekts »Identitäten« der Landpartie-Museen rund um München 2018

25 Jahre Neue Galerie Dachau. Eine Jubiläumsausstellung

16. September 15. Oktober 2017

Im Dezember 1991 übernahm der Zweckverband Dachauer Galerien und Museen die Räume des »KunstBetriebs e. V.«, der in der ehemaligen Fabrik in der Brunngartenstraße fünf Jahre lang mit großem Erfolg zeitgenössische Kunst, vor allem aus der Region, präsentierte. Die Dachauer Museen in der Altstadt gewannen so einen Ausstellungsraum für aktuelle Kunst hinzu. Am 25. September 1992 wurde hier die erste Ausstellung eröffnet. Bis zur Sommerpause 2017 hat die Neue Galerie insgesamt 114 Ausstellungen gezeigt, zum Teil mit regional und zum Teil auch mit international agierenden Künstlern. Grund genug für eine Rückschau und einen Blick auf die kleine aber feine Sammlung, die in den Jahren entstanden ist.
Broschüre 3,50 Euro

Finnische Künstler und ihre Landschaft

3. November 2017 – 25. Februar 2018

Auch wenn die meisten Finnen inzwischen in der Stadt leben, gelten sie als besonders naturverbundenes Volk. Zwar hat sich das Land der Rentiere, Wälder und tausend Seen im hohen Norden Europas längst zu einer modernen, global ausgerichteten High Tech Nation entwickelt, doch ist diese Verbundenheit mit der Natur auch in der zeitgenössischen Kunst der Finnen zu spüren. Aus Anlass des hundertjährigen Jubiläums der Unabhängigkeit Finnlands am 6. Dezember zeigt die Neue Galerie Arbeiten von Künstlern, die in und außerhalb Finnlands leben, und die sich in ihrer Kunst immer wieder mit ihrer Heimat beschäftigen. An der Ausstellung nehmen teil: Albert Braun, Kjell Ekström, Anna Kiiskinen, Aki Koskinen, Tiina Lamminen, Marko Lampisuo, Talvikki Lehtinen und Essi Utriainen.

Outer Circle – Inner Core Contemporary and Urban Art Festival

21. – 26. Juli 2017

Ausstellung im Rahmen des Outer Circle Festivals, das von 21.–23. Juli in und um die Dachauer Altstadt stattfindet.
Zu sehen sind Arbeiten von Künstlern, die parallel an großflächigen Fassadengestaltungen an der MD Papierfabrik in der Freisinger Straße arbeiten.
Veranstalter: Outer Circle e. V.

Natur // Kultur. Positionen der Münchener Secession aus Skulptur und Malere

12. Mai – 16. Juli 2017

Die Münchener Secession, die als Künstlervereinigung 2017 ihr 125-jähriges Bestehen feiert, zählt heute 75 Mitglieder, die in verschiedenen Disziplinen arbeiten und eine Vielfalt künstlerischer Positionen vertreten. In der Neuen Galerie wird eine Ausstellung zu sehen sein, die Werke von Bildhauern und Malern vereint, die sich dem Wechselverhältnis von Natur und Kultur widmen. Sie bestehen aus Naturmaterialien, sind von Naturformen inspiriert, zeigen das Eindringen des Menschen in den Naturraum oder beschäftigen sich mit der fortschreitenden Zerstörung der Natur durch den Menschen. Als Künstler sind ausgewählt: Christoph Drexler, Konrad Loder, Andreas Legath, Hartmut Pfeuffer, Dorothea Reese-Heim und Timm Ulrichs.

BerufsBilder – Positionen zeitgenössischer Porträtfotografie

2. Dezember 2016 – 19. März 2017

August Sanders großangelegte Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts zählt zu den Meisterwerken der Porträtfotografie des vergangenen Jahrhunderts. Das Medium der Fotografie schien ihm besonders geeignet, ein Bild der Gesellschaft seiner Zeit festzuhalten, die sich aus verschiedenen Berufsständen zusammensetzte. Den Schwerpunkt seiner Aufnahmen bildet das ‚Berufsporträtʻ, das er von Bauern, Handwerkern, Arbeitern, Technikern, Akademikern aber auch Künstlern anfertigte. Sanders Werk, das bereits zu seiner Zeit auf große Resonanz stieß, wirkte auf viele nachfolgenden Fotografen inspirierend. Während Sander noch von der Einheit aus Person und Beruf ausging, die schon zu seiner Zeit durch die voranschreitende Industrialisierung und Bürokratisierung nur noch teilweise gegeben war, ist dies heute nur noch in Randbereichen zu finden. Nicht nur viele Berufe seiner Zeit sind längst verschwunden, auch die Zahl der vorhandenen Arbeitsplätze nimmt immer mehr ab. Das Ideal einer lebenserfüllenden Berufsarbeit ist aber nach wie vor aktuell.
Neben Aufnahmen von August Sander zeigt die Neue Galerie Arbeiten von Thomas Bachler & Karen Weinert, Herlinde Koelbl, Joerg Lipskoch, Hannes Rohrer, Stefan Schröder und Albrecht Tübke, die an Sanders ‚Berufsporträts‘ anknüpfend das Berufsleben ihrer eigenen Zeit reflektieren. Wie Sander wählen sie die serielle Darstellung, die zum Vergleich und somit zur Unterscheidung von typischen und individuellen Merkmalen innerhalb einer Gruppe einlädt. Inhaltlich und konzeptuell schlagen sie jedoch andere Wege als ihr Vorbild ein.

Simple Dinge. Alltägliches zwischen Skulptur und Malerei von Tom Früchtl und Axel Lieber

17. September – 20. November 2016

Tom Früchtl (*1966) und Axel Lieber (*1960) verwandeln alltägliche Gegenstände in Skulpturen. Während Lieber in die Dinge eingreift, sie aufschneidet, skelettiert oder zerlegt, um sie in komprimierter Form wieder zusammenzusetzen, lässt Früchtl sie ganz, überzieht sie aber vollständig mit Farbe. Dass es sich um Malerei handelt, ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen, denn der Farbüberzug wirkt täuschend echt. Früchtl lässt die Gegenstände unter der Farbe verschwinden, Lieber hingegen deckt deren Strukturen auf. Die Ausstellung präsentiert Schränke, Stühle, Pappkartons, Tüten u.a. im Spannungsfeld zwischen Alltag und Kunst, Malerei und Skulptur, Sein und Schein – immer mit einem verschmitzten Seitenblick auf die hohe Kunst.

Außen- und Innenansichten. Holzschnitte von Jan Brokof und Susanne Hanus

13. Mai – 17. Juli 2016

Parallel zu der Ausstellungen mit druckgraphischen Werken von Georg Baselitz im Dachauer Schloss und den Holzschnitten der Künstlerfreunde Walther Klemm und Carl Thiemann in der Gemäldegalerie stellt die Neue Galerie zwei für den zeitgenössischen Holzschnitt in Deutschland relevante Künstler der jungen Generation vor. Sie zeigen, dass dieses alte druckgraphische Medium nichts von seiner Faszination verloren hat und auch heute für unterschiedlichste künstlerische Ansätze genutzt wird.
Jan Brokof (*1977) setzt sich in seinen Arbeiten mit dem urbanen Raum auseinander, der die städtische Lebensweise prägt. Er nimmt die Randbezirke der Stadt, vor allem die Häuserblöcke der Plattenbausiedlungen in den Blick. Susanne Hanus (*1975) breitet ihre aus persönlichen Erlebnissen und Erinnerungen gespeisten Szenerien und Geschichten auf großen Holztafeln aus, die sie zu mehrteiligen Wandinstallationen oder Holzparavents zusammenfügt. Die ungedruckten Innen-Geschichten von Susanne Hanus korrespondieren mit den gedruckten Schilderungen der Außenwelt von Jan Brokof, die in einer großen Installation und an den Wänden der Galerieräume zu sehen sind.

aus der Farbe. Hundert Jahre nach Hölzel

4. Dezember 2015 – 6. März 2016

Ein gutes Jahrhundert nachdem sich die Farbe in der Malerei vom Gegenstand löste und autonom wurde, zeigt die Neue Galerie Dachau um eine kleine Farbstudie Adolf Hölzels herum Arbeiten von sechs zeitgenössischen Vertretern der Farbmalerei.
Gehörte Hölzel, die zentrale Persönlichkeit der Dachauer Künstlerkolonie, um 1905 zu den Pionieren der abstrakten Malerei, ist für Künstler heute die Farbe ganz selbstverständlich das eigentliche Thema ihrer Bilder. Dafür sehen sie sich mit ihren handgemalten Bildern inzwischen einer Flut von elektronisch erzeugten Bildern gegenüber. Ohne Anlehnung an einen Gegenstand entstehen ihre Bilder während des Malprozesses ganz und gar aus der Farbe heraus, deren Zusammenspiel und -klang dabei im Fokus steht. Intuitiv, aber nicht unkontrolliert setzen sie farbige Formen, Flächen und Linien nebeneinander und übereinander, lasieren, kratzen ab und übermalen bis ein spannungsvolles Gleichgewicht erreicht ist. Dabei entstehen Kompositionen, die eine Ordnung haben, ein Oben und Unten, ein Zentrum und Tiefe. Dass sich in dieser Richtung der zeitgenössischen Malerei sehr unterschiedliche künstlerische Ansätze ausprägen, ist an den Arbeiten von Petra Amerell, Claudia Desgranges, Ingrid Floss, Doris Hahlweg, Michael Toenges und Susanne Zuehlke zu sehen, die sich in Bildfindungsprozess, Technik und Format deutlich unterscheiden. Sie zeigen, dass Künstler heute immer wieder neue Wege finden, diese tradierte Art der Malerei, die in Dachau einen ihrer Ursprünge hatte, weiter zu entwickeln.