Wie es war und ist, erwachsen zu sein.

Dritter Teil der Ausstellungsreihe ›Die Lebensalter‹
12. Mai 2020 – 21. Februar 2021

Von der Geburt bis zum Tod wird das menschliche Leben geprägt von Ort und Umwelt mit ihren politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten. Sie formen unsere Lebensgrundlagen. Die dritte der Lebenszyklus-Ausstellungen beschäftigt sich mit dem Erwachsensein, d.h. der Zeit der Erwerbstätigkeit vom Eintritt bis zum Ausscheiden aus der Berufswelt.
Einst zählten Besitz, Beruf und Heirat zu den geforderten Voraussetzungen für eine Familiengründung. Damit legitimierten Staat und Kirche nicht nur den biologischen und wirtschaftlichen Fortbestand der Familie, sondern bestimmten auch den Lebenszweck und die Aufgaben des erwachsenen Individuums. Meist ist uns nicht mehr bewusst, dass dabei für die verschiedenen Stände unterschiedliche Regeln galten, dass damit ein Besitzloser nicht heiratsfähig war und von Staats wegen keine Nachkommen haben sollte. Dies und vieles andere scheint lange her zu sein. Dennoch wird gesellschaftliche Zugehörigkeit auch heute noch vielfach über soziale und wirtschaftliche Gegebenheiten definiert.

Brautkrone, sog. Potzenhafen
Dachauer Land,
19. Jahrhundert
Brautkleid aus amerikanischer Fallschirmseide
Dachau 1950
Brautkleid aus amerikanischer Fallschirmseide
Dachau 1950

Bezirksmuseum Dachau

Augsburger Straße 3
85221 Dachau

Öffnungszeiten
Di – Fr 11 – 17 Uhr
Sa, So, Feiertag 13 – 17 Uhr

Führungen

Gruppenführungen (max. 25 Personen)
1 Stunde 50 Euro / 1,5 Stunden 75 Euro
nach Anmeldung unter  08131/5675-13
oder verwaltung@dachauer-galerien-museen.de

Die Kartoffel

Eine Familien-Ausstellung über das bekannteste Lebensmittel unseres Alltags

5. April 2019 – 26. Januar 2020

Wer kennt sie nicht, die Knolle aus der Familie der Nachtschattengewächse, gekocht, gebraten, geschnitten oder püriert, als Reiberdatschi, Pommes frites oder Chips? Doch welche Geschichte steckt hinter diesem wichtigen Grundnahrungsmittel, das als Kohlenhydrat-, Mineralstoff- und Vitaminlieferant seit langem einen festen Platz in unserer modernen Ernährung hat?
Die Ausstellung verfolgt den Weg der Kartoffelpflanze, die mit den Seefahrern zu Beginn der Neuzeit aus ihrer südamerikanischen Heimat nach Europa kam, wo zunächst nur ihre schöne Blüte geschätzt wurde. Erst im 18. Jahrhundert setzte sich nach und nach das Wissen um den Wert ihrer Knollen als Nahrungsmittel durch. In Preußen förderte Friedrich der Große deren Anbau per Erlass. In Bayern war es der als Graf Rumford bekannte Benjamin Thompson, der sich als Sozialreformer nicht nur für das Wohl der Soldaten, sondern auch der armen Bevölkerung einsetzte und die Kartoffel als Volksnahrungsmittel propagierte. So eroberten die Erdäpfel erst im Lauf des 19. Jahrhunderts die heimischen Felder und auch die Küchen der Bevölkerung. Heute landet nur ein geringer Teil der Ernte über den Einzelhandel beim Verbraucher und nicht in der Lebensmittelindustrie. Dort werden die Knollen und ihre Bestandteile zu unzähligen Produkten verarbeitet.

Es ist eine Broschüre mit vielen Rezepten, Spiel- und Bastelideen zum Preis von 11,50 Euro erschienen.

Winterfreuden. Spiel und Sport in der kalten Jahreszeit

30. November 2018 – 7. April 2019

Zu Beginn der kalten Jahreszeit verwandelt sich das Bezirksmuseum Dachau in eine Winterlandschaft und frönt dem Vergnügen in Eis und Schnee. Die Nähe der Alpen und die Breitenwirkung der ersten Olympischen Winterspiele in Chamonix 1924 begünstigten im vorigen Jahrhundert die Entwicklung des Wintersports auch in Bayern. In den 1960er-Jahren wurde der Dachauer Hans-Jürgen Bäumler zusammen mit Marika Kilius zweifach Weltmeister im Eiskunst-Paarlauf. Die Ausstellung erzählt von ländlichen Pferdeschlittenrennen, den Anfängen des Eissports, dem Skispringen und Skilaufen im Dachauer Land und ist eine Hommage an die “Dachauer Kinderolympiade” der Nachkriegsjahrzehnte.
Broschüre 8,50 Euro

ALLES THEATER! Zur Geschichte des Laienschauspiels

27. April 2018 – 27. Januar 2019

Nirgendwo werden Charaktere so offensichtlich, auswechselbar und zum Spiel an sich, wie »auf den Brettern, die die Welt bedeuten«. Jeder Autor wird zum Schöpfer und im Spiel mit der Maske jeder Schauspieler zum Träger fremder Identität(en).
Das Bezirksmuseum begibt sich auf eine Zeitreise und beschäftigt sich mit dem Laientheater in seiner großen Vielfalt: von den Mysterien- und Possenspielen über das »Komedispielen« in Stuben und auf Dorfbühnen bis hin zu Umzügen. dem »Bauerntheater« und dem pädagogisch motivierten Schulspiel.
ALLES THEATER! ist der Ausstellungsbeitrag des Bezirksmuseums Dachau im Rahmen des Ausstellungsprojekts ›Identität(en)‹ der Arbeitsgemeinschaft ›Landpartie – Museen rund um München‹ im Jahr 2018. (www.landpartie-museen-muenchen.de)

500 Jahre Reformation

Zur Geschichte der Protestanten im Dachauer Land

19. Mai 2017 – 28. Januar 2018

Das Reformationsjahr 2017 nimmt das Bezirksmuseum Dachau zum Anlass, sich der Geschichte der Protestanten im ehemaligen Landgericht Dachau zu nähern.
Die innerkirchliche Kritik Martin Luthers an den Missständen in der katholischen Kirche stieß zunächst auch in Bayern auf Sympathien. Die Bauern im Landgericht Dachau blickten über den Lech auf die blutigen Kämpfe ihrer Standesbrüder. Auch in den Klöstern gärte es: In Altomünster trat der Humanist und Theologe Johannes Hausschein, genannt Oecolampadius, für die reformatorische Sache ein. Im Schloss Odelzhausen finden wir Johannes Mathesius einen Zeitgenossen und späteren ersten Biograf Martin Luthers. – Was als Kritik begann, endete mit der Abspaltung der evangelischen Kirche. Doch Bayern blieb gemäß dem Grundsatz cuius regio, eius religio katholisch. Erst vor rund 200 Jahren wanderten die ersten protestantischen Familien in das Dachauer Land ein. In Kemmoden und Lanzenried entstanden die ersten evangelischen Kirchenbauten. Doch wie erging es den andersgläubigen Fremden und wie den alteingesessenen Katholiken. Zuwanderung, Ausgrenzung, Vorurteile und Integration fanden damals statt. Themen der Ausstellung, die zum Nachdenken über aktuelle Parallelen anregen möchten.

Es ist ein Katalogbuch zum Preis von 19, Euro erschienen.

Bier lokal

29. Juli 2016 – 29. Januar 2017

Zum 500jährigen Jubiläum des ›Bayerischen Reinheitsgebots‹ steht ganz Bayern im Zeichen des gelben Getreidesaftes.
Auch wenn von den ehemals sieben Dachauer Sudhäusern keines mehr existiert, so prägen noch heute der Unterbräu, der Hörhammer- und der Zieglerbräu das Erscheinungsbild des einstigen Marktes. Die Besitzer von Brauwirtschaften waren in der Regel ›g’standene‹ Persönlichkeiten, die auf die Geschicke ihrer Orte Einfluss nahmen. Aus der Sicht der Städter allerdings hielt sich lange das Klischee einer tollpatschigen und allzeit bierseligen Landbevölkerung. Durch Karikaturen in den Journalen und satirischen Zeitschriften der damaligen Zeit fand das stereotype Zerrbild des betrunkenen Bauerntölpels Verbreitung.
Unter dem Motto ›Jedem sein(e) Maß‹ erzählt die Ausstellung anhand von Biergefäßen aus fünf Jahrhunderten nicht nur Brauhistorie, sondern auch amüsante Geschichten über Bier, Braumeister und Zecher. Im Museumskino offenbart Ludwig Thomas Satire ›Ein Münchner im Himmel‹ den von jeher engen Zusammenhang von Bier und Politik.
Katalog 11,50 Euro

Bittersüß – Vom Kakao zur Schokolade

27. November 2015 – 17. April 2016

Die Geschichte der Schokolade ist bittersüß wie ihr Geschmack. Die Samen des Kakaobaums, aus denen einst die Azteken ihr Kultgetränk brauten, wurden im Zuge der europäischen Kolonialpolitik seit dem 16. Jahrhundert zur wertvollen Handelsware. Viele Entwicklungsschritte waren notwendig, bis aus der in mühsamer Handarbeit hergestellten Schokolade ein Konsumprodukt der modernen Lebensmittelindustrie wurde. Doch in Zeiten einer zunehmend entfesselten globalisierten Wirtschaft stellen sich an den Schokoladengenuss mehr denn je auch ethische Fragen.
Die Ausstellung erzählt vom Anbau der Kakaobohne und der Geschichte ihrer Verbreitung. Sie erläutert die aufwändige Herstellung von »Chocolate« und lädt ein, Schokolade mit allen Sinnen zu erfahren. Kostbares Porzellan des 18. Jahrhundert spiegelt die hohe Stellung der ›Speise der Götter‹ an den europäischen Fürsten-
höfen wider. Gussformen, ein Schokoladenautomat, Schokoladen- und Pralinenpackungen und die Werbung zeigen den Weg der Verbürgerlichung des Schokoladen-
konsums und der Industrialisierung ihrer Herstellung. Im Museumskino wirft der Dokumentarfilm ›Schmutzige Schokolade‹ (2010) einen kritischen Blick auf den aktuellen Kakaoanbau und -handel in Afrika.
Die Ausstellung wird u. a. in Zusammenarbeit mit dem Konditoreimuseum Kitzingen am Main realisiert.


Hier ist der Beitrag des BR in der Sendung “Zwischen Spessart und Karwendel” vom 28.11.2015

Hier ist der Beitrag des Bayerischen Rundfunks in der Sendung Bayern 2 – “Kulturleben” vom 10.12.1015

Die Amper

Geschichte(n) eines Flusses II: Von Olching bis Moosburg

1. Mai – 27. September 2015

Teil I: Vom Ammersee bis Olching
Bauernhofmuseum Jexhof
15. Mai 31. Oktober 2015

Einst ein mächtiger Schmelzwasser-Fluss ist die Amper immer noch das dominante Gewässer der Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau, die auch Amperland genannt werden. 2015 widmen das Bezirksmuseum Dachau und das Bauernhofmuseum Jexhof der Amper, ihrer Geschichte und Gegenwart, eine gemeinsame Ausstellung in zwei Teilen.

Ein Ausstellungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft Landpartie – Museen rund um München.

Katalog 15,– Euro

Otfried Preußler Der Mensch braucht Geschichten

24. Oktober 2014 – 1. März 2015

Eine Ausstellung für große und kleine Leute.
Ich bin ein Geschichtenerzähler, sagte Otfried Preußler (1923–2013) einmal von sich. Ihn selbst prägte der unerschöpfliche Schatz von Erzählungen seiner Großmutter Dora, von denen er manche später zu Papier brachte. Die Zauberkraft seiner Worte hat seither Generationen von Kindern und Erwachsenen begleitet. ›Der kleine Wassermann‹ (1956), ›Die kleine Hexe‹ (1957), ›Der Räuber Hotzenplotz‹ (1962), ›Das kleine Gespenst‹ (1966) und ›Krabat‹ (1971) sind einige seiner bekanntesten Werke, die auf der ganzen Welt gelesen werden.
In der Ausstellung begegnet man dem Schriftsteller und seinem Werk auf vielfältige Weise. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Illustrationen zu einer Reihe seiner Werke, die größtenteils im Original gezeigt werden.
Broschüre 3,50 Euro

»1914« – Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg im Dachauer Land

11. April – 21. September 2014

Der Erste Weltkrieg kostete rund 15 Millionen Menschen das Leben. Auch von der Bevölkerung abseits der Kriegsschauplätze verlangte ergroße Opfer. Wie erlebten die Menschen im Dachauer Land die Kriegsjahre? Welche Entbehrungen und Belastungen im Alltag erfuhren sie? Wie gingen sie mit der Sorge und Trauer um ihre Angehörigen um und wie gestaltete sich die öffentliche Erinnerungskultur.
Die Ausstellung zeigt zahlreiche Fotos, Dokumente, Feldbriefe und Tagebücher, die erstmals ans Licht der Öffentlichkeit gelangen. Erinnerungsstücke und historische Zeitungsberichte dokumentieren die »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts«.
Katalog 11,50 Euro