Die Künstlerkolonie Dachau 1880 – 1920

15. November 2013 – 16. März 2014

Angelockt von der Schönheit des großen Moores und der reizvollen Lage Dachaus zog es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Freilichtmaler aus dem In- und Ausland in den altehrwürdigen Markt. In Dachau entstand die wichtigste süddeutsche Künstlerkolonie. Der rege gesellschaftliche und wirtschaftliche Austausch zwischen Bürgern und Kunstschaffenden trug zur Blüte des kulturellen Lebens bei und um die Jahrhundertwende, da “München leuchtete” (Thomas Mann, 1902), erstrahlte nördlich der Landeshauptstadt auch der Markt Dachau mit seiner Künstlerkolonie.
Die gemeinsame Ausstellung von Gemäldegalerie und Bezirksmuseum zeigt diese glanzvolle Zeit Dachaus, über die Ludwig Thoma in seinen “Erinnerungen” (1920) urteilte: “Am schönsten war es doch in Dachau!”. Die Ausstellung rückt die Wechselwirkung von Künstlerleben hier und Bürgersinn dort in den Mittelpunkt und gibt zum ersten Mal einen Überblick über die große Vielfalt des Kulturschaffens an diesem Ort, das nicht auf die bildenden Künste beschränkt blieb, sondern auch Literatur und Musik einschloss. Künstlerdomizile und Ateliers schossen wie Pilze aus dem Boden und Handwerker, Kaufleute und Hausbesitzer stellten sich auf den Bedarf der neu Zugezogenen ein. Bauern, Bürger und Künstler fanden Kontakt in formlosen Gesellschaften in den Wirtshäusern und in neu gegründeten Musik- und Kulturvereinen wurden gemeinsame Projekte realisiert. Mit den Malern kamen Schauspieler, Literaten und Publizisten. Bücher erschienen und Verlage wurden gegründet.
Die reiche bäuerliche Kultur des Dachauer Landes befruchtete das Kunsthandwerk und inspirierte Maler, Zeichner und Kunstgewerbler gleichermaßen. Ludwig Thoma verewigte die Mentalität der Einheimischen in seinen Romanen und setzte “seinen” Bauern ein literarisches Denkmal. Von Bürgern und Künstlern wie Hermann Stockmann, August Pfaltz und Hans von Hayek gingen Initiativen zum Naturschutz, zur Volkskultur- und Denkmalpflege aus. Gemeinsam begründeten sie auch die Gemäldegalerie und das Bezirksmuseum Dachau, die beiden Veranstaltungsorte dieser Ausstellung. 
Umfangreches Buch zur Ausstellung 28, Euro

Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

8. März – 15. September 2013

1945 lagen viele Städte in Bayern in Trümmern: Während München nach über 60 Bombardierungen einer Schutthalde glich, blieb Dachau weitgehend unbeschädigt, doch hatten im Konzentrationslager Tausende von Häftlingen ihr Leben verloren. Erst als im Mai 1945 Frieden einkehrte, zeigte sich das ganze Ausmaß der Kriegsfolgen: Zahllose Familien waren zerrissen, Hunderttausende ohne Obdach, Millionen hungerten oder waren auf der Flucht. Not prägte den Alltag. Dennoch fanden viele Menschen kreative Auswege aus dem Mangel. Improvisieren war das Gebot der Stunde. Schwarzmarkt und Tauschgeschäfte florierten. Wie sollten die zerstörten Städte wieder aufgebaut werden: rekonstruiert oder ganz modern? In Bayern entschied man sich fast immer für den Mittelweg. Bedeutende Gebäude wie die Würzburger Residenz wurden wiederaufgebaut, Vieles errichtete man aber im Stil der neuen Zeit mit viel Glas und Stahl.
Von Trümmerfrauen und Care-Paket bis Nierentisch und Petticoat – die Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder weckt viele Erinnerungen und prägt Bayern bis heute. Das gilt für Lebensstil und Jugendkultur ebenso wie für die Architektur unserer Städte. Die Wanderausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte macht diese Zeit des Aufbruchs lebendig.
Broschüre 3,50 Euro

Jugend – gestern und heute. Zweiter Teil der Ausstellungsreihe »Die Lebensalter«

30. März 2012 – 13. Januar 2013

Jugend und Jugendlichkeit prägen unsere Gesellschaft heute wie nie zuvor. Jung sein scheint alles zu sein. Dabei rückten erst die tiefgreifenden Umwälzungen der Aufklärung auf wirtschaftlicher, politischer und philosophischer Ebene die Gruppe der 13- bis 21-jährigen in den Fokus gesellschaftlicher Wahrnehmung. Der Begriff »Jugend« kam erst um 1800 auf. Aus einer Lebensphase, die man Jahrhunderte lang als Übergang vom Kindsein zum Erwachsenenalter kaum wahrnahm und vor allem mit Gefährdung, Zügellosigkeit und Leichtfertigkeit gleichsetzte, wurde eine eigenständige Gesellschaftsgruppe. Mit dem Erscheinen der Zeitschrift „Jugend“ wurde 1896 das „Jahrhundert der Jugend“ eingeleitet.
Um 1900 entstand die »Jugendbewegung«, deren Wurzeln in der Wandervogelbewegung, der Reformpädagogik und der Lebensreformbewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts liegen. All diese Strömungen verband das Unpolitische und die kollektive Suche der Jungen nach Selbstbestimmung und freier Entfaltung. Es entwickelte sich eine eigene, von der Welt der Erwachsenen nur scheinbar unabhängige Jugendkultur.
Die Ausstellung veranschaulicht die unterschiedlichen Rahmenbedingungen von Stadt- und Landjugend, Arbeiter- und studentischer Jugend. Sie spannt einen Bogen von der »Jeunesse dorée« der französischen Revolution und den Studentenverbindungen des späten 19. Jahrhunderts über die Wandervögel und die Gleichschaltung der Jugend im Nationalsozialismus bis hin zur Generationen Facebook. Auch die Dachauer Jugend dieser Zeit wird in den Blick genommen.
Reich bebilderter Katalog als 2. Band der Reihe „Die Lebensalter“ 18, Euro

EssKultur – Zur Geschichte der Ernährung in der Neuzeit

5. Juli 2011 – 8. Januar 2012

Essen und Trinken sind Grundbedürfnisse aller Lebewesen. Sie dienen dem körperlichen wie geistigen Wohlbefinden. Die Ausstellungs verfolgt Nahrungsmittel, deren Zubereitung aber auch Essgewohnheiten über mehrere Jahrhunderte hinweg und das in allen Gesellschaftsschichten.
So spiegelt der Esstisch nicht zuletzt die Zugehörigkeit zu einer Gesellschaftsschicht wider. In der Ausstellung veranschaulichen drei gedeckte Tische die bäuerlich-ländliche, bürgerlich-städtische und adelig-höfische Esskultur.
Kochbücher, die bereits seit dem 17. Jahrhundert in großer Zahl gedruckt wurden, geben einen Einblick in die fortgeschrittene Kunst der Nahrungszubereitung und die hierfür verwendeten Nahrungsmittel.
Begleitband mit Rezepten aus verschiedenen historischen Kochbüchern 19, Euro

Klaus Eberlein – Die Lust des Betrachters

8. April – 22. Mai 2011

Erzählfreude und liebevolle Überzeichnung kennzeichnen das künstlerische Schaffen Klaus Eberleins, der gesteht, dass er dem Leben die schönen Seiten abzugewinnen weiß. Die narrative  Eloquenz (Werner Matthäus) seiner Graphiken und Kleinskulpturen ziehen den Betrachter in ihren Bann. Seine Inspiration bezieht der Künstler aus Natur, Literatur und Begegnungen. So erzählt er bunte, oftmals pralle Geschichten, in denen gerne Frauen – man merkt es ihm an – ein Hauptthema sind. Seine bildnerischen Arbeiten erfordern keine Texte. Der Betrachter muss lediglich die Zeit dafür haben, den vielen witzigen Anspielungen und phantastischen Verknüpfungen nachzuspüren.
Der gebürtige Münchner Klaus Eberlein zählt zu den renommierten Dachauer Künstlern der älteren Generation. In zahlreichen Einzelausstellungen und durch mehrere Buchveröffentlichungen wurde sein vielseitiges Oeuvre weit über Bayern hinaus bekannt.
Der Museumsverein Dachau e.V. und der Zweckverband Dachauer Galerien und Museen gratulieren mit dieser Ausstellung herzlich zum 70. Geburtstag!
Zur Ausstellung erschien ein von Klaus Eberlein illustriertes Buch über die Dachauer Künstlerhäuser.

„Da ich ein Kind war…“ Vom »Kindsein« in vergangenen Zeiten. Erster Teil der Ausstellungsreihe »Die Lebensalter«

27. November 2009 – 18. April 2010

Mit der Ausstellung »Da ich ein Kind war…« beginnt im Bezirksmuseum Dachau einen kulturgeschichtlicher Ausstellungszyklus zu den Lebensaltern des Menschen. In einer Folge von vier Ausstellungen werden die Kindheit, die Jugend, das Erwachsenenalter und das Alter thematisiert.
Seit der Antike wurde das menschliche Leben mit den vier Jahreszeiten in der Natur verglichen. Mit der Geburt eines Menschen beginnt der ewig wiederkehrende Kreislauf vom Wachsen, Blühen, Reifen und Sterben. Dem heranwachsenden Kind gilt der Schutz und die Fürsorge der Eltern und des Gemeinwesens. Doch wurden Kinder zu allen Zeiten nicht nur geliebt, sondern auch vernachlässigt, unterdrückt und verlassen. So bleiben Erinnerungen an eine ‚schwere‘ oder eine ‚glückliche‘ Kindheit.
Die Ausstellung geht dem Wandel der gesellschaftlichen Voraussetzungen und der Sichtweise der Erwachsenen auf die Welt der Kinder nach. Anhand historischer Kinderkleidung – darunter wertvollen Textilien aus dem Bestand des Museums – und Alltagsgegenständen wie Möbeln, Spielzeug, Gemälden und Fotografien veranschaulicht sie die Bedingungen unter denen Kinder früher aufwuchsen, womit sie sich beschäftigten und welche Platz für sie in der Gesellschaft vorgesehen war. In Hörstationen erinnern sich alte Menschen an ihre Kindheit und Kinder berichten davon, was es heißt heute Kind zu sein.
Katalog 19, Euro